![]() Im ausgehenden Rokoko rückte, durch das Gedankengut der Aufklärung gefördert, das Land und das Landleben in den engeren Gesichtskreis des Adels und der intellektuellen Oberschicht. Das Bauern- und Hirtenleben wurde als rein und unverdorben gepriesen. Bei den Gartenfesten am Hof kam es in Mode, die Garderobe nach der ländlichen Tracht auszurichten und zu den Schäferspielen im Hirtenkostüm zu erscheinen. Auch die Volkskunst blieb davon nicht unbeeinfrußt, wie die Jahreszeiten- und Schäferschränke aus dem Mangfallgau und dem Leitzachtal zeigen. In den oberen Türfeldern Jesus und Maria als gute Hirten in ländlicher Tracht auf Baumstümpfen sitzend, beide wehren mit dem Schäferstab ein schwarzes Tier (Sinnbild für Teufel?) ab. In den unteren Feldern Empirevasen mit reichem Blumenstrauß. Als Maler dürfte Michael Böheim in Betracht zu ziehen sein. Er wurde 1757 in Westerham bei Glonn geboren, lebte in Aibling, im Leitzachtal und in Ratzenlehen bei Miesbach. |
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