![]() Nach einigen Wirren übernahm 1516 Wolfgang von Maxlrain, ein Enkel des letzten Waldeckers, die Herrschaft im Schlierachtal. 1520 heiratete er Anna von Frundsberg, deren Vater Hauptmann von Tirol war und dem jungen Maxlrainer die Wege am kaiserlichen Hof ebnete. Im Laufe der Jahre wurde er in den Reichs- und Freiherrenstand erhoben und erwies als kluger Diplomat. Fortan war er auch auf den Land- und Reichstagen zu finden und 1551 sogar im kaiserlichen Auftrage zum berühmten Konzil nach Trier entsandt. Trotz aller politischer Erfolge am Herzogs- und Kaiserhof ist es bezeichnend für den Maxlrainer, daß er nicht auf die Armen und Kranken in seiner Herrschaft vergaß: "...zu solchen Werk will ich von mein und meiner Hausfrauen wegen, und zwar von Stund an, geben und verordnen: daß Gütl und Anwesen, wie es Lukas von Gschwendt bisher hat innegehabt, dazu den Anger und den daran stoßenden, so Jörg Briefer und Sattler Stiftweiß innehaben. Dazu soll auch den gemeldet armen Leuten, soviel derzeit im Haus sein möchten, durch jeden Inhaber der Herrschaft Waldeck zu den dreien Zeiten des Jahr als Ostern, Pfingsten und Weihnachten ein Pfund Fleisch und eine halbe Maß Wein durch den Oberer zugestellt und durch die Herrschaft bezahlt werden." - Das Bruderhaus kam in der Folgezeit herunter und machte Mitte des 19. Jahrhunderts einen elenden Eindruck, bis 1874 die Franziskanerinnen von Mallersdorf mit der Leitung beauftragt wurden und das Spital zu einer Musteranstalt umbildeten. Trotz mehrfacher Unterstützung von Privatleuten waren die Kosten für das Bruderhaus im 20. Jahrhundert nicht mehr ohne Hilfe der Kommune zu tragen. So wurde das Bruderhaus zum städt. Altersheim und 1951 der letzte Versuch unternommen, diesen alten Bau durch Umbaumaßnahmen zu erhalten. 1964 schließlich wurde das Gebäude abgerissen und an seiner Stelle das Altenheim erbaut. |
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