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Gotische Stuhluhr, um 1600 zurück zur Übersicht




Erst im ausgehenden Mittelalter gelang es, Zahnräder, Gewichte und Zeiger zu einem mechanisch funktionierenden Zeitmeßgerät zu verbinden. Die entscheidende Erfindung dazu war ein Hemmsystem, das ein gewichtsgetriebenes Räderwerk gleichmäßig ablaufen ließ - die Unruh. Vor allem im 15. und 16. Jahrhundert waren es die mächtigen Kirchen- und monumentalen Rathausuhren mit Glockenspiel, beweglichen Figuren und astronomischem Beiwerk, die von Künstlern und Mechanikern außergewöhnliche Leistungen verlangten. Dagegen dürften die ersten Kleinuhren recht einfache Weckvorrichtungen gewesen sein, die den Türmer an seine Aufgaben erinnern sollten, die Stunde zu schlagen. Orientierte sich der Bau von Großuhren eher am Wissen und der Kunstfertigkeit der Schmiede, so fällt die Herstellung der Kleinuhren in den Bereich des Schlosserhandwerks, aus dem sich um 1600 dann die Zunft der Uhrmacher entwickelte.

Um diese Zeit kamen die spätgotischen Wand- und Stuhluhren auf, mit ihrem komplizierten Räderwerk, dem bemalten Metallzifferblatt und dem Schlagwerk. Sie standen auf Wandkonsolen oder auf "Stühlchen", von allen Seiten gut sichtbar, mitten im Raum, möglichst hoch, denn von der Fallhöhe der Gewichte hängt die Laufzeit ab. Die Nachfolger dieses Uhrentyps sind die gewichtsgetriebenen Stand- und Wanduhren, wie man sie bei uns heute noch findet.